Warum nach Phasen
Ein Versorgungswerk.
Sechs sehr verschiedene Ausgangslagen.
Das Versorgungswerk ist bei allen Ärztinnen und Ärzten dasselbe.
Alles andere unterscheidet sich fundamental:
Eine Assistenzärztin im dritten Jahr und ein Praxisinhaber zwei Jahre vor der Abgabe haben selten dieselben Fragen.
Deshalb ist diese Seite nach Phasen gegliedert und nicht nach Produkten.
Suchen Sie die Phase, in der Sie stehen — dort stehen die Fragen, die für Sie gerade zählen.
Die folgenreichsten Entscheidungen fallen jeweils am
Übergang von einer Phase zur nächsten.
Phase 01
Assistenz- und Facharztzeit
Die Jahre, in denen am wenigsten Geld da ist — und in denen die Entscheidungen am schwersten wiegen. Was jetzt gesetzt wird, läuft dreißig Jahre, und zwar zu Konditionen, die es später so nicht mehr gibt.
- Steht Ihre Berufsunfähigkeitsabsicherung, solange Ihre Gesundheitshistorie kurz ist?
- Enthält sie Nachversicherungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung — für Facharzttitel, Niederlassung und Familiengründung?
- Private oder gesetzliche Krankenversicherung: Welche Entscheidung passt zu Ihrer Familien- und Karriereplanung?
- Zahlen Sie den Pflichtbeitrag ins Versorgungswerk oder mehr — und was bringt die Mehrzahlung?
- Welche Sparquote ist neben Weiterbildung, Umzügen und Schichtdienst realistisch?
Eine gute Berufsunfähigkeitsabsicherung kostet in der Assistenzzeit einen Bruchteil dessen, was sie zehn Jahre später kostet — sofern sie dann überhaupt noch zu bekommen ist.
Phase 02
Leitende Funktion in der Klinik
Ober- und Chefarzt: hohes Einkommen, hohe Steuerlast, unregelmäßige Nebeneinkünfte aus Gutachten, Lehre oder Privatliquidation. Und kein Betrieb, in dem Vermögen nebenbei entsteht — hier entscheidet allein die Struktur, was vom Einkommen bleibt.
- Was ist Ihre Arbeitsstunde wert, wenn Sie Bereitschaft und Nebentätigkeit einrechnen?
- Welcher Anteil Ihres Einkommens wird planmäßig angelegt?
- Sind Gutachtertätigkeit, Lehre und Privatliquidation steuerlich und zeitlich eingeplant?
- Nutzen Sie die betriebliche Altersversorgung Ihres Hauses, und lohnt sie sich bei Ihrer Steuerlast?
- Was trägt Sie, wenn Sie die Leitungsfunktion später abgeben oder reduzieren möchten?
Angestellte Ärztinnen und Ärzte haben keine BWA, die sie vierteljährlich erinnert.
Die Planung ist hier nicht einfacher als in der Praxis, nur unsichtbarer.
Phase 03
Vor der Niederlassung
Die Praxisfinanzierung ist für die meisten Ärztinnen und Ärzte die größte private Vermögensentscheidung ihres Lebens — geprüft wird sie aber als betriebswirtschaftliche Frage. Die Bank rechnet die eine Hälfte sorgfältig. Die zweite gehört in dieselbe Rechnung.
- Bleibt nach Tilgung, Lebenshaltung und Steuern noch eine private Sparquote?
- Passt die Tilgungsdauer zu Ihrer geplanten Berufstätigkeit?
- Wie wurde der Kaufpreis bewertet, und worauf beruht der ideelle Wert?
- Wie werden Praxis und Privathaushalt getragen, wenn Sie ein halbes Jahr ausfallen?
- Welche Versicherungen sind ab dem ersten Praxistag zwingend, und welche haben Zeit?
Wer beide Hälften der Rechnung vor der Unterschrift kennt, verhandelt anders — mit der Bank und mit dem Abgeber.
Phase 04
Eigene Praxis
Die Praxis läuft. Die eigentliche Frage ist, ob sich Ihre Arbeit in Vermögen außerhalb der Praxis übersetzt — und wie stark dieses Vermögen an Ihrer persönlichen Anwesenheit hängt.
- Welcher Anteil Ihres Gesamtvermögens steckt in der Praxis?
- Wie klar sind Praxis- und Privatvermögen voneinander getrennt?
- Welcher Betrag liegt auf dem Praxiskonto, der arbeiten könnte?
- Wie ist Ihr Personal abgesichert, wenn Sie länger ausfallen?
- Was bliebe übrig, wenn Sie Ihre Stunden um ein Drittel reduzieren?
- Wie entwickelt sich der Praxiswert, und wovon hängt er ab?
Eine Praxis, die auch ohne Sie zwei Monate läuft, ist mehr wert — im laufenden Betrieb wie beim späteren Verkauf.
Phase 05
Abgabe und Verkaufserlös
Der Kaufpreis fällt in einem einzigen Steuerjahr an und soll danach leisten, was vorher die Praxis geleistet hat. Beides will Jahre vorher geplant sein, nicht im letzten.
- Wann beginnen Sie mit der Vorbereitung — und was steigert den Praxiswert bis dahin?
- Welche steuerlichen Vergünstigungen stehen Ihnen zu, und welche Voraussetzungen gelten dafür?
- Wie wird aus dem Erlös ein planbares Einkommen für zwanzig Jahre?
- Wie hoch ist Ihr Beitrag zur privaten Krankenversicherung im Ruhestand, und ist er eingerechnet?
- Was soll an die nächste Generation gehen, und zu welchem Zeitpunkt?
Drei Jahre Vorlauf verändern beides: den Kaufpreis und das, was davon bei Ihnen ankommt.
Phase 06
Ruhestand
Versorgungswerk, Kapitalerträge, Immobilien und der Beitrag zur Krankenversicherung ergeben zusammen Ihr Nettoeinkommen. Die Reihenfolge der Entnahmen bestimmt, wie lange es trägt.
- Aus welchem Topf entnehmen Sie zuerst, und was kostet die falsche Reihenfolge?
- Wie wird Ihre Rente aus dem Versorgungswerk besteuert?
- Wie ist Ihr Vermögen aufgestellt, wenn Sie über zwanzig Jahre daraus entnehmen?
- Wie ist vorgesorgt, falls einer von Ihnen beiden Pflege braucht?
- Wie ist die Übertragung an die Kinder vorbereitet — steuerlich und innerhalb der Familie?
Eine Entnahmestrategie ist keine Anlageentscheidung.
Sie ist eine Reihenfolge — und die lässt sich rechnen.

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Georg Böttcher
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